3
Räder
für die
3.
Welt

Die
Geschichte des
TRELO
erzählt
in einer westafrikanischen Werkstatt
von
Gerhard
Sitzer
Sehr geehrte Frau Wieczorek-Zeul,
Herrn Dr.
Werner Schuster gezeigt!
Ich bin fast sicher, er hätte mir mit seiner
robusten Hand – in der er sein für Afrika und die „Dritte Welt“ schlagendes
Herz trug – auf die Schulter „gehauen“, seine Zigarre aus dem Mund genommen und
gesagt: „Mensch, Klasse Gerhard“!
Er war jemand, der die Entwicklungsgeschichte meines
Engagements seit Moshi/Tansania gekannt hat.
Gerhard Sitzer
In Gambia, Senegal...und
auch Offenbach/M.
T R
E L O
=
Man füge und schweiße alles an seinem richtigen Platz zusammen.
Man gebe
noch etwas Farbe, Fett, Öl, Luft und einige Gramm Gehirnschmalz hinzu...
...und schon ist das TRELO fertig für den Ver(z)kehr.
Einfacher und dazu noch zum Handumdrehen geht es
nimmer !
TRELO
=
Wo jedoch, in
aller Welt, liegt das Geheimnis?
In einer langen und dunkel zurückliegenden
Entwicklungsgeschichte hat sich im Laufe mühsamer Stunden, Tage, Nächte,
Wochen, Monate, ja Jahre eine immer einfachere und elegantere Bauweise des TRELOs herausgebildet.
Der vorläufige Höhepunkt und ein Hauptgeheimnis ist
die Entwicklung einer stabilen und somit einseitig zu befestigenden
Fahrradnabe. Hierdurch wird die Rahmenkonstruktion beträchtlich vereinfacht.
Die intelligente Kombination aus normaler Hinterrad-Fahrradnabe und einem Fahrrad-Tretlager war das Resultat
eines einzigartigen, lange erhofften und innigst erflehten Geistesblitzes, der
am 25. Januar 2002 gegen 12 Uhr Mittag auf mich herniederging.
Auf
die erstaunten und hoffentlich begeisterten Reaktionen bin ich gespannt von
„Handicap International“ in Frankreich und anderswo, von „Motivation“ in
Großbritannien, von Mr. Hotchkiss an der San Francisco State University und von
den vielen, vielen braven Rollstuhlbauern, die ich kennengelernt habe aus
Kenia, Tansania, Uganda, Äthiopien, Sambia, Burkina Faso, Mali, Mozambik,
Angola..., die bis heute an der Konstruktion einer einseitig aufhängbaren
Rollstuhl-Radnabe herumlaborieren, welche einfach in der Konstruktion, stabil und
preiswert ist.
Das zweite – treloentwicklungsgeschichtlich
betrachtet – jedoch älteste Hauptgeheimnis ist die seitlich angebrachte
Vorderradaufhängung. Die Beinfreiheit des Benutzers ist dadurch grenzenlos und
ohne blaue Flecken – verursacht durch einen Mittelsteg – zu genießen.
Das dritte und bis heute letzte Hauptgeheimnis ist
der Rahmen, der hauptsächlich nur aus zwei 12 x 12 Millimeter Vierkanteisen von
2 Meter 15 und 3 Meter 10 Länge besteht (in der TRELO – Standardgröße).
In die gewünschten Längen, in die richtigen
Richtungen und in die rechten und richtigen Winkel gebogen, ist es ein
Kinderspiel, sie durch einen ganz normalen Schweißvorgang und das Anlegen eines
Winkeleisens ein Leben lang, wenn nicht gar ewiglich, zu verbinden.
Es gibt da noch eine Reihe von etwas kleineren
Geheimnissen bis hin zu gewissen profanen Handwerks-kniffen und -griffen. Diese
alle hier textlich preisgeben zu wollen, wäre wahrhaft eine Herkulesaufgabe und
zugleich vermessen.
Kann es etwas Schlimmeres im Leben eines Konstrukteurs
geben, als sich zu vermessen oder gar als Herkules gehalten zu werden?
So will ich mich denn im Folgenden mehr auf die
Macht und die Kraft des Bildes stützen, denn Bilder haben bekanntlich eine gute
Bildung zur Folge.
Gerhard Sitzer
Kololi / Gambia
02.02.2002

die Frau- und Mannschaft
der TRELO-Werkstatt

Das ist es -
Das Projektauto
(immer dezent im
Hintergrund),
dem niemals - außer aus den
Reifen -
die Luft ausging

Das ist sie -
die TRELO-Werkstatt von außen
Nachfolgend:
Die drei TRELO
- Hauptgeheimnisse
Das Alltagsgeschehen in der TRELO - Werkstatt
Ein paar Eindrücke von glücklichen TRELO - Besitzern
Ein Rätsel
Schlussbetrachtung

Das erste
TRELO-Hauptgeheimnis des jüngsten TRELO Modells:
die stabile, einseitig
aufhängbare Radnabe

Das zweite
TRELO-Hauptgeheimnis:
die seitlich angebrachte
Vorderradaufhängung

Das dritte
TRELO-Hauptgeheimnis:
der aus hauptsächlich nur
zwei Teilen bestehende Rahmen

erleichtert uns die Arbeit
sehr

um fast nichts,
ist aber durch nichts
außer einer Handfeile zu
ersetzen -
dieser Schleifbock

ist dieses Eisenbiegegerät
nicht aufzuwiegen

mit 10 Millimeter
Durchmesser
werden für die Befestigung
der Handkurbel benötigt

ist etwas länger als eine
normale Fahrradkette
und muß daher
mit dem Kettennieter
verlängert werden

und Fahrradnaben-Gehäuse
wird exakt abgetrennt

Die Blechschere
garantiert einen geraden
Schnitt

müssen umgebogen...

...und anschließend
flach gehämmert werden -
eine solide Handwerksarbeit

bekommt auf der Drehbank
seinen exakten
Innendurchmesser

können mit der
elektrischen Handblechschere
angefertigt werden

Eine weitere Vorderradgabel
ist gebogen.
Sie wird garantiert nicht
brechen.
Darauf gebe ich mein Ehrenwort!

zur Befestigung der
Vorderradachse
wird an der Handstanze
mit einer einzigen
Hebelbewegung gestanzt

des TRELO-Rahmens werden
mit diesem Biegeapparat
Marke „Eigenbau“ ermöglicht

Muskelkraft,
die eine Eisensäge bewegt,
um Feststellringe
für die TRELO-Handbremse zu
fertigen

für die TRELO-Produktion
müssen immer ausreichend
vorhanden sein

in ein Fachgespräch
vertieft,
oder sind es mal wieder
Alltagsgeschichten,
die den Besitzer wechseln?

Rechts
liegen
etwa 100
unförmige TRELO-Rahmen

erfordert ein gutes Augenmaß

für die Vorderradgabel
ist Präzisionsarbeit

ist die „ruhige Hand“
gefordert

Arbeitsunterbrechung:
der Motor unserer Drehbank
muß überprüft werden


Ohne Nachschub keine
TRELO-Produktion.
100 Vierkanteisen der Stärke
16 x 16 Millimeter à 6 Meter
Länge
sind gerade mit dem
Projektauto geholt worden

Zwischendurch eine kleine
Stärkung.
Dieses Ma(h)l ist es
„Thiéboudiène“ oder „Fisch
mit Reis“

benötigt einen festen Halt


scharfe Kante entdeckt

ihrer farblichen
Verschönerung

seinen letzten Schliff

warten auf ihre Be-Sitzer

ist von Autofahrern nicht zu
übersehen

Ein Mann sieht rot

Nicht nur
in Krankenhäusern
wird es benötigt:
das TRELO ohne Pedalantrieb -
nur zum Schieben

Wer die
Wahl hat
bekommt eines dieser TRELOs

geht der Herr Erfinder und
Konstrukteur
auch schon mal in die Knie

TRELO gut – alles gut

Kinder - TRELO

kann Sanu Jallow
jetzt leicht Nachschub für
seinen
Verkaufsstand besorgen

auf dem Weg zur Arbeit -
eine kleine Verschnaufpause
Abschließend
noch ein Rätsel:

Richtig geraten!
Hier sehen wir das logische
Resultat einer typisch falschen Entwicklungshilfe:
Rollstühle aus Europa, die
den rauhen Bedingungen in Afrika nicht gewachsen waren und wegen fehlender
Ersatzteile zu einem chromglitzernden Haufen Schrott avancierten.
Ich habe mehrere solcher
Rollstuhlfriedhöfe in Afrika gesehen.
Wieviel guter Wille, Sammelmühe,
Hilfsbereitschaft, Engagement, finanzielle Opfer, Steuergelder, Frachtkosten
usw. usw. von gutgläubigen und ahnungslosen Helfern in Europa haben hier ihr
trauriges Ende gefunden?
endlich auf ???
braucht viele
TRELO-Werkstätten

und noch viel mehr
TRELO-Dreiräder!
eine
TRELO-Werkstatt sein!
...es existiert wirklich!
Nicht im
Traum!
Gerhard Sitzer
E-Mail: trelo@firemail.de